Freitag, 25. Januar 2013

Ministrantenstunde: Glocken und Läuten

Ministunde Jänner 2013


Zur Erinnerung: Wann kommt der Weihrauch?
Wann wird Weihrauch in der Messe eingesetzt?

1. Mal          E . . . . .
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2. Mal           E . . . . . . . . .
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3. Mal           G . . . . . . . . . . . . .
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4. Mal            W . . . . . . .
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Heute geht es um die Glocken:
Wann werden die Glocken in der Messe geläutet?


1. Mal          E . . . . .
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2. Mal           E . . . . . . . = Herabrufung des Heiligen Geistes
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3. Mal           W . . . . . . .
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4. Mal            L . . .  G . . . . .
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Glocken
Es gibt die großen Kirchenglocken am Kirchturm und die kleinen Glocken die wir Minsitranten in der Messe verwenden.

Die Glocken dienen der Einladung un dem festlichen Einzug zum Gottesdienst, dem Anzeigen der Höhepunkte der Messfeier, der Einladung zum privaten Gebet, dem Anzeigen von Taufe, Hochzeit und Tod, der Ankündigung von Sonn-und Festtagen, der Warnung bei Hochwasser und Katastrophen. Somit sind die Glocken als Ausstattung der Kirchen vor allem für den gottesdienstlichen Gebrauch bestimmt und werden durch eine eigene Glockenweihe in diesen übernommen: "Segne diese Glocken, die dein Lob künden. Sie sollen deine Gemeinde zum Gottesdienst rufen, die Säumigen mahnen, die Mutlosen aufrichten, die Trauernden trösten, die Gücklichen erfreuen und die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg begleiten" (aus dem Segensgebet der Glockenweihe).
(z.T. aus "Kleines Liturgisches Wörterbuch, Albert Josef Urban, Marion Bexten, Herder")

Bei der Wandlung kommen Weihrauch und Glocken gleichzeitig dran - lasst uns dass nun üben.
Wer errät, was ich pantomimisch (ohne zu sprechen) darstelle, der darf als erster ausprobieren!
Los gehts...

Zur Geschichte der Glocken (von minifundus):


Glocken – Woher? Warum?
Als Ursprungsland der Glocke dürfen wir China vermuten. Die ältesten Glocken stammen aus der Schang-Dynastie und sind etwa 1.600 v. Chr. Entstanden. Allerdings wurden diese Glocken anders zum Klingen gebracht, als wir das gewohnt sind: Sie wurden mit der Öffnung nach oben montiert und angeschlagen. Glocken fanden im asiatischen Raum eine vielseitige Verwendung. Ihr Hohlraum war die Maßeinheit für Getreide, ihr Durchmesser ein Längenmaß. Sie war tongebendes Musikinstrument und Signalgeber bei kultischen Handlungen. Dem Orchester verhalf sie als „Stimmgabel“ zum rechten Ton. Am Hals von Leitpferden, Elefanten und Kamelen sollten sie Götter besänftigen und Dämonen bannen. Sie dienten als Amulett und Grabbeigabe verstorbener Kinder.
Damit eine Glocke ertönen kann, muss sie in der Luft hängen, also sozusagen zwischen Himmel und Erde schweben. So kam es, dass Glockenklänge alsBindeglied zwischen dem Himmel und der Erde galten.
Der erste bekannte Sakralbau, der ungefähr zu der Zeit als Jesus lebte am Giebel mit Glocken behängt wurde, war ein Jupitertempel in Rom.

In der Bibel finden wir die Verwendung von Glöckchen als Schmuck des Gewands für Aaron, der Gott als Priester dienen sollte: „Dessen Saum verzierte er mit Glöckchen im Kreis und mit klingenden Granatäpfeln ringsum. Sie sollten bei seinen Schritten lieblichen Klang geben, damit er im Heiligtum zu hören war und sein Volk aufmerksam wurde.“ (Sir 45,9)

Schon in den Anfängen des Christentums wurde die Glocke zum Symbol der Verkündigung der christlichen Botschaft, z.B. bei Justinus (100-165 n. Chr.) und Originies (185-254 n. Chr.), also schon zu einer Zeit, als Christen sich nicht öffentlich äußern konnten und vielfach verfolgt wurden. Die ersten Christen, die Glocken als Ruf zum Gebet einsetzten, waren wohl koptische Mönche im 4. Jahrhundert. Rund um den Hl. Antonius bildete sich eine Gemeinschaft von Mönchen, deren Leben von Askese und Zurückgezogenheit geprägt war. Die Glocke diente als Hilfe, um die Eremiten zum Gottesdienst oder gelegentlich auch zu Agapen zusammen zu rufen.

Zu Beginn des 7. Jahrhundert schließlich ordnete Papst Sabinian (604-6060) an, auch außerhalb der Klosternmauern zu den sieben üblichen Gebetszeiten zu läuten und so die verstreute christliche Gemeinde in ihrem Alltag zum gemeinsamen Gebet aufzurufen. So ordneten Glocken nach und nach nicht nur das kirchliche sondern auch das städtische Leben, weil sie zu fixen Zeiten läuteten und dadurch Orientierung in die Zeit brachten.
Welche Bedeutung die Glocke für Europa im Laufe der Jahrhunderte erlangte, zeigt die vielfältige Verwendung zu kirchlichen und weltlichen Anlässen. Man kennt z.B. Betglocken, Angelusglocken, Friedensglocken, Hochzeitsglocken, Totenglocken, Evangeliumsglocken, Wandlungsglocken, Festtagsglocken, Wetterglocken, Pestglocken, Revolutionsglocken und viele mehr.

Zeiten, in denen Glocken verstummten – gleich in welcher Region der Welt und in welchem Jahrhundert – waren immer auch schlimme Zeiten für die Menschen. Diktatoren und Revolutionäre brachten nicht nur Glocken zum Verstummen sondern suchten auch, die christliche Religion zu vernichten. Auch bei uns ging das Schweigen der Glocken mit dem Stummwerden der Menschen und dem Dröhnen der Kanonen Hand in Hand. So lässt sich auch gut verstehen, warum die Anschaffung und Weihe einer neuen Glocke in den Jahrzehnten nach Kriegen für die Bevölkerung ein großes Fest war.


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