Mittwoch, 16. Januar 2013

Auch Jesus war eingeladen - Evangelienkommentar 2.Sonntag im Jahreskreis


2. Sonntag im Jahreskreis
Jes 62,1-5
1 Kor 12,4-11
Joh 2,1-11

Auch Jesus war eingeladen
Bei der Hochzeit zu Kana tat Jesus sein erstes Zeichen. Die Mutter Jesu war dabei, und "auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen". In diesem einfachen Satz, kann man den Sinn der christlichen Ehe finden. Gott wird eingeladen in die Liebesbeziehung, in die Ehe, einzutreten.

Man stelle sich vor, dass zwei Verliebte immer nur einander ansehen, sich ausschließlich auf einander konzentrieren. Immer deutlicher sehen sie die Fehler des Anderen. Erwartungen werden enttäuscht. Man hatte gemeint, die Beziehung würde einen immer glücklich machen, aber es kommt anders. Die Liebe wird schwächer. Wenn aber Jesus in diese Beziehung kommt, dann schaut man gemeinsam auf zu ihm. Ich muss dann nicht mehr die Fehler beim Partner suchen. Sie fallen mir gar nicht mehr so auf, werden unwichtig, man lernt sie anzunehmen. Die Beziehung ist dreidimensional geworden. Man schaut nicht nur in einer Linie auf den Anderen, sondern gemeinsam nach Oben.
Hochzeit zu Kana von Giotto
Der Blick auf Jesus kann die Wunden, die in jeder Beziehung geschlagen werden, heilen. Und wenn eine Ehe "heil" ist, wenn sich die Eheleute verzeihen und lieben, dann strahlt das hinaus in die Welt. Darum wird die Ehe (gemeinsam mit dem Sakrament der Weihe) im Katechismus als "Sakramente des Dienstes für die Gemeinschaft" bezeichnet. In der Ehe geht es nie nur um die zwei, die "verliebt, verlobt, verheiratet" sind. Wenn zwei Menschen es schaffen, den anderen trotz seiner Fehler anzunehmen, zu lieben, ihm zu verzeihen und gemeinsam durch das ganze Leben zu gehen, dann schlägt das Wellen und das Gute breitet sich aus.

Die Liebe und der Glaube sind sich in einer Sache ganz ähnlich: In beiden geht es um Treue. Liebe ohne Treue geht genau so wenig wie Glaube ohne Treue. Liebe ich den Partner nur solange er schön ist und wir Spaß miteinander haben? Glaube ich nur solange der  Glaube mich mit starken Gefühlen erfüllt, mir „etwas bringt“ und mir leicht fällt? Ohne Treue sind Liebe wie Glaube wertlos. Aber ist man treu, dann kann in jedem Leben das gleiche passieren, wie in Kana: Der Beste Wein wird zuletzt gereicht. Und so werden Glaube und Liebe durch die Treue nicht öde, schwach und langweilig, sondern sie werden immer tiefer und stärker.
Evangelienkommentar von Ruben Weyringer im Rupertusblatt

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