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Freitag, 5. Oktober 2018

Nachruf auf unseren Pfarrer Lutz Gottschalk

Nachruf auf Parrer Lutz Gottschalk
Welch ein Segen war es für unsere Gemeinde, als Pfarrer Lutz Gottschalk mit seinem Dackel Moses 12 Jahren in die leer stehende Mesnerwohnung eingezogen ist. Er war ja kein Fremder mehr für uns, denn bereits als Berliner Pfarrer fuhr Lutz ein- bis zweimal im Winter mit „seiner Skijugend“ nach Krimml.
vor

Diese Verbindung zu Krimml und seinen Bewohnern ließ Pfarrer Lutz den Entschluss treffen, seinen Ruhestand bei uns zu verbringen.
So füllte sich das Mesnerhaus wieder mit Leben und Pfarrer Lutz verstärkte seitdem den Pfarrverband Krimml, Wald und Neukirchen. Dankbar bezeichnete ihn Pfarrer Helmut als seinen „15. Nothelfer“, denn Pfarrer Lutz war stets bereit auch nicht ganz einfache Aufgaben im Pfarrverband zu übernehmen.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Weihnachten nicht als Zaungäste - Dackel Niki aus Krimml

Liebe Frauchen, liebe Herrchen,
meinen Wortschatz habe ich im letzten Jahr erheblich erweitern können, hauptsächlich um den
Begriff „fake news“. Ich habe damit meine Schwierigkeiten, die Worte werden ganz anders ausgesprochen als sie geschrieben werden. Nun gut, das gibt es in der deutschen Sprache schließlich auch. So schreibt man zum Beispiel das Wort „Pferd“ - spricht aber „Gaul“. Auch mußte ich es mir erst übersetzen lassen: es bedeutet „falsche oder verfälschte Nachricht“.
Das ist ja eine sehr schlimme Sache, hat sehr viel mit Lüge zu tun und gehört gewiß nicht in das Gemeindeheft einer Kirchengemeinde. Umso peinlicher, daß gerade mir das im vorigen Gemeindeheft passiert ist. Ich schrieb da von der Gemeinschaft, in der ich genußvoll lebe, nämlich zusammen mit dem Hund Ari und drei Katzen. In Wirklichkeit sind es aber vier Katzen. Vielleicht hat das mit meiner Fähigkeit zu tun, beim Zählen bis drei keine Probleme zu haben.

Eigentlich aber soll es bei diesen Zeilen um Wichtigeres für uns alle gehen. Wir spüren alle – und die Kinder ganz besonders – diese Wochen und Tage führen fast jeden unter uns auf ein Ereignis zu, das etwas Hervorragendes im ganzen Jahr bedeutet: wir feiern den Geburtstag des Heilands. Wir feiern diesen Tag nicht als Zaungäste. Wir feiern ihn tatsächlich als Beteiligte.
Das Evangelium berichtet vom Lobgesang der Engel über dem Hirtenfeld. Heute singen nicht mehr die Engel diesen Lobgesang – wir selbst sind es jetzt, wir stimmen ihn an und er klingt aus unseren Kirchen heraus über die Felder.

Donnerstag, 6. April 2017

Dackel Niki über das Fasten

Liebe Frauchen, liebe Herrchen,
in meinem Hundehirn springen die Bilder und Buchstaben dauernd hin und her zwischen herrlichen Fleischtellern und Fastenzeitbildern. Zu meinem Glück liegt der Aschermittwoch schon einige Wochen zurück, die mich so eingrenzende Zeit dauert nicht mehr gar so lange. Und vierzig Tage sind für einen kleinen gefräßigen Hund doch sehr viel. Das brachte mich auf eine Idee, die vielleicht gar nicht so abwegig ist. Wir lesen doch die Hl. Schrift in deutscher Sprache, also in einer Übersetzung. Da kann es doch durchaus passieren, daß beim Übersetzen sich auch Fehler einschleichen. Die erste Übersetzung des Neuen Testaments in die deutsche Sprache leistete vor fünfhundert Jahren Martin Luther auf der Wartburg bei Eisenach. Eisenach nun lag in der DDR, da war das Fasten kein unbekannter Begriff. Es könnte doch nun sein, daß Luther bei seiner Arbeit gerade dies im Sinn hatte – und zwar sehr exzessiv, so daß er wie aus Gewohnheit vierzig Tage schrieb aber nur vier Stunden meinte. Mir jedenfalls käme dies sehr entgegen.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Jahresendflügelpuppe? Nein! Engel - Dackel Niki zum Advent

Liebe Frauchen, liebe Herrchen,
nun gehen wir wieder auf Tage und Wochen zu, die in jedem Jahr die Menschen auf besondere und eigentümliche Weise ansprechen und beeindrucken. Insbesonders die Kinder erwarten und genießen diese Zeit in ihrer Vorfreude auf das Weihnachtsfest.

Der Tag des hl. Nikolaus, die Erinnerung an diesen großartigen und guten Menschen, bedeutet den Kindern das Hoffen auf gute Gaben, wenn sie abends ihre Schuhe vor die Tür stellen, auch das Öffnen der Fensterchen im Adventskalender birgt immer wieder Überraschung. Diese und etliche weitere Möglichkeiten geleiten sie immer näher zum Fest.
Aber für alle Menschen – die Erwachsenen ebenso – gibt es so viele Zeichen für die Großartigkeit dieses Festes. Es wird jetzt früh dunkel und in Fenstern strahlt überall Licht und leuchtet in die Finsternis. Dieses Licht vermittelt uns Geborgenheit, Wärme, Frieden. Freilich – zum Bedauern vieler – gibt es auch hinter manchem Fenster Unfrieden und Streit. Vielleicht helfen die Tage im Advent und das Weihnachtsfest zu einem bißchen Besinnung oder gar zu neuer Friedfertigkeit. Vielleicht erkennt auch mancher, daß das, was er für sein strahlendes Licht hält, doch nur eine qualmende Funzel ist und keineswegs ein Leuchtturm.


Mittwoch, 12. Oktober 2016

H wie Herbst oder W wie Winter? Dackel Niki aus Krimml

Liebe Frauchen, liebe Herrchen,

das Ende meines Bleistifts zwischen meinen Pfoten ist schon völlig zerkaut und zerbissen (schmeckt
aber nicht), das andere Ende sauber angespitzt zuckt zwischen den Buchstaben hin und her, unschlüssig, mit welchem ich hier beginnen kann. Der Bleistift springt vom H wie Herbst zum S wie Sommer und weiter zum W wie Winter. Nun, vielleicht mische ich daraus eine Art Cocktail, etwas Eis dazu und dann gerührt - nicht geschüttelt. Vielleicht aber können wir doch noch einen schönen Spätsommer genießen.

Aber gleichgültig wie es draußen war, ich habe jeden Tag als Geschenk genossen. Fast täglich führte der Weg hinab in die Nähe der Kneippanlage, gemeinsam mit zwei Artgenossen, da hat man ja immer gemeinsamen Spaß.

Auch macht es mich immer fröhlich, wenn ich jetzt beim Gang durchs Dorf die lustigen Gestalten aus Stroh mir anschauen kann, die auf den Bauernherbst hinweisen. Ich staune da immer über den Fleiß und die Geschicklichkeit, die diese Figuren entstehen lassen.

Montag, 30. November 2015

Dackel Niki aus Krimml zu Weihnachten 2015

Liebe Frauchen, liebe Herrchen,
noch sind der Stift zwischen meinen Pfoten und der Radiergummi, der ja oft zum Einsatz kommen muß, nicht kalt geworden, da brauche ich beide schon wieder für einen neuen Artikel. Hierfür muß
ich nun meine Phantasie und mein Hundehirn anstrengen, denn ich möchte mich auf die Adventszeit und das Weihnachtsfest vorbereiten und auf diese besonders schöne Zeit im Jahr konzentrieren. Denn noch sind die Tage nun schon seit vier Wochen sonnig und warm, man denkt also eher an den September als an den Dezember, kein Tropfen Regen in diesen Wochen, was für die einen natürlich sehr angenehm ist, den Landwirten hingegen etwas Sorge bereitet.

Montag, 19. Oktober 2015

Dackel Niki aus Krimml - Herbst 2015

Liebe Frauchen, liebe Herrchen,

gemeinsam mit Ihnen lebe ich hier unter demselben Himmel, unter den gleichen Wolken, inmitten derselben Berge. Diese Erfahrung, dieses Erlebnis bringt mir an jedem Tag neue Freude. Diese Freude verging auch nicht, als sich die letzten Wochen so sprunghaft zeigten. Sicher, es war Sommer. An einigen Wochen aber war er so heiß, dass selbst der Teufel in seiner Hölle neidisch wurde.

Sprunghaft wurde der Sommer dann recht kühl, eine Woche später wieder außerordentlich heiß. Gewiß, ich habe zur Auswahl ein Sommer- und ein Winterfell, man möchte ja immer mit der Mode gehen. Aber so schnell, wie es diesmal nötig wurde, konnte ich mein Fell nicht wechseln. Denn wenn ich anfing, mein Winterfell wegen kühler Tage überzustülpen, wurde es schon wieder sehr warm. Ich war also jedes Mal etwas im Verzug.

Dienstag, 21. April 2015

Dackel Niki aus Krimml zu Ostern

Liebe Frauchen, liebe Herrchen,
der Kalender bezeichnet die 40 Tage zwischen dem Karneval und der Karwoche als Fastenzeit. Viele
Menschen denken dabei an ihren Diätplan, suchen ihn heraus oder werfen ihn widerwillig weg. Kleine oder große Hunde auf ihren Streifzügen oder Spaziergängen sollten die Straßenseite wechseln, wenn sie sich einem Metzgerladen nähern.
Viele Christenmenschen aber tun anderes. Sie erinnern sich an das Neue Testament und die Beschreibungen, die erzählen, wie der Mensch Jesus vierzig Tage in der Wüste fastet. Was er dort erlebt und erleidet, lässt sich leicht auf jedes Menschenleben übertragen. Dort finden Menschen auch die Antworten, die helfen und stärken, um in misslichen Lebenslagen gutes Gelingen zu entdecken und das Gute in uns selbst neu zu sehen und sich darüber auch zu freuen. Natürlich schreibe ich dies aus der Sicht eines kleinen Hundes. Ich denke aber dies tun zu dürfen, weil ein großartiger Heiliger, nämlich der hl. Franziskus, auch ein besonderes Verhältnis zwischen den Tieren und Gott mit Leben erfüllt hat.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Sommerrückblick von Dackel Niki


Liebe Frauchen, liebe Herrchen,

länger als ein Jahr ist vergangen, seitdem ich Ihnen hier im

Gemeindeblatt begegnen durfte. Seitdem lebe ich in der Sorge, dass alle mich für einen faulen Hund halten könnten, was sich z.B. durch Würstchenentzug zeigt. Dabei war ich keineswegs untätig. Immer, wenn die Zeit für ein Gemeindeblatt da war, habe ich sehr, sehr viele Buchstaben gesammelt, regelrechte Buchstabenberge. Ich fand leider infolge der Verweigerung meines Herrchens niemanden, der diese Buchstabenberge auch ordentlich sortiert.

Donnerstag, 29. August 2013

Das macht Dackel Niki Freude

(etwas verspätete Ostergrüße von Dackel Niki)
Liebe Frauchen, liebe Herrchen,
ein Blick aus dem Fenster, oder besser meiner Größe mehr entsprechend, durch die Gitterstäbe vom Balkon offenbart mir die Dorfstraße in ihrer ganzen Länge und ich kann vom Balkon her teilhaben, wenn das Krimmler Leben auf der Shopping-Meile tobt. Aber ich sehe ja noch viel mehr. Da sind die Berge und Wiesen, alles noch unter einer dicken Schneedecke. Dabei zeigt der Kalender, dass morgen am 1. März Frühlingsanfang ist. Ein bisschen wundert mich das schon. Aber man kann es dem

Kalender schließlich nicht übelnehmen. Er hat ja keine Augen, mit denen er um sich blicken kann. Schnee gibt es ja noch genug, Wanderer und erst recht Skifahrer haben ihre helle Freude daran, auch mir gefällt er, ich brauche ja auch keinen Schnee zu schaufeln.

Dennoch kann der Frühling nicht mehr weit sein: die Tage werden spürbar länger. Bei allem Gefallen am Schnee freue ich mich auf den kommenden Frühling. Die Wiesen werden wieder grün und bunt von Blumen werden; obwohl ich kein Vegetarier bin, schmecken mir die Spitzen von frischem Gras sehr. Überall wird das Leben gleichsam neu erstehen.

Und die Christenmenschen in Krimml und überall in der Welt feiern Ostern, das Fest vom Leben, an dem die Menschen teil-nehmen können und auf die Erfüllung ihrer Hoffnung neu und gestärkt vertrauen. Ich – selbst wenn ich nur ein Hund bin – freue mich auch in diesem Jahr darauf, ebenso die Kinder, die wieder Eier anmalen, verstecken oder Osternester suchen dürfen.
Überhaupt erfahre ich im Laufe eines Jahres sehr, sehr viel an Freude. Das liegt zum einen an den vielen Krimmlern, die mir immer freundlich begegnen, auch dann, wenn ich fast alle anbelle, aber das ist tatsächlich nur meine Leidenschaft, mich bekannt zu machen und hat natürlich nichts mit Drohbellen zu tun. Daneben gibt es dann immer wieder den erfreulichen Anblick meines Fressnapfes und die vielen Möglichkeiten, die ich zum Spielen habe. Jedenfalls bin ich zusammen mit meinem gehorsamen Herrchen sehr froh, gerade hier zu leben.
Und nun mit fröhlichem Gekläff vom Balkon des Meßnerhauses, Ihr Dackel Niki.
(aus: Gemeinsam Pfarrbrief Krimml, Wald, Neukrichen 1/2013)

Donnerstag, 29. November 2012

Vor langer Zeit ein Wunder...


Liebe Frauchen, liebe Herrchen,

zuerst glaubte ich ja an ein Wunder: ich hatte aus dem Fenster geschaut – oder genauer durch die Stäbe des Balkons – und mich über den herrlichen Anblick der bunten Herbstwälder gefreut. Es sieht ja auch für einen kleinen Hund sehr schön aus. Nach einer Weile schaute ich wieder hinaus, da waren alle Wälder plötzlich weiß!
Zunächst habe ich es gar nicht kapiert und darum an ein Wunder geglaubt. Aber dann kam die Erinnerung an die Vorjahre.

Gewiss, ich bin eigentlich kein Winterhund, denn sobald der Schnee höher liegt als meine Beine lang sind (und dazu gehört nicht viel), bekomme ich Probleme. Da wünschte ich mir bisweilen, eine Giraffe zu sein. Mit derartig langen Beinen könnte ich den Schnee gut beherrschen. Auch der lange Hals würde es mir möglich machen, auf dem Ess- oder Küchentisch manches zu erreichen, was mir jetzt verwehrt ist. Ebenso käme ich dann leicht an den Griff des Kühlschranks.

Nun ist auch in einem Hundehirn nicht nur Platz für Wurst und Fleisch, nein, ich erinnere mich irgendwie mit großer Freude und Spannung daran, dass der Schnee mit einer besonders schönen, herausragenden Zeit verbunden ist. Ich erinnere mich an den Duft vom Keksebacken und ähnlichen Genüssen, an das warme Licht der Kerzen, das durch so manche Fenster schimmert.

Und besonders schön ist, dass in dieser Zeit viele Menschen sich freundlicher, liebenswürdiger und friedvoller zeigen. Und nicht nur bei einzelnen Menschen, nein, auch in großen Gemeinschaften wie z.B. Völkern, zeigt sich auffällige Friedfertigkeit (wenn auch leider oftmals nur befristet). Eine solche auffällige Veränderung im Umgang muss doch einen bewegenden, lebendigen Grund haben, anders kann ich es mir nicht erklären.

Es muss einmal vor langer Zeit ein Wunder gegeben haben, das durch alle Zeiten in den Herzen vieler Menschen immer noch wirkt. 

Es muss etwas außerordentlich Großartiges gewesen sein, sonst wäre es doch längst in Vergessenheit geraten.Immer wieder macht die Erinnerung der Menschen unsere Herzen warm; wie schön, wenn Menschen nachzuahmen versuchen, was dieses Wunder in unsere Welt hinein geschenkt hat.

Zum Schluss noch ein Hinweis: wenn in Krimml irgendeine Statistik gebraucht wird, da kann ich sehr hilfreich sein. Sollte es wichtig sein, wie viele Autos an meinem Balkon vorbeifahren oder wie viele Hunde z.B. hier vorbeikommen, so kann ich ausführlich Auskunft geben (freilich verschlüsselt, um die Anonymität zu wahren).

Und nun mit fröhlichem Gekläff vom Balkon des Messnerhauses und allen guten Wünschen für eine gesegnete, frohe Advents- und Weihnachtszeit,
Ihr Dackel Niki.


Samstag, 3. November 2012

Dackel Niki bellt Oberpinzgauerisch


Liebe Frauchen, liebe Herrchen,
ganz heimlich, mitten in der Nacht als alle schliefen, kam er angeschlichen, am Morgen beim Blick aus dem Fenster zeigte er sich: der Herbst mit niedrigen Temperaturen und viel Regen. Dabei hätte er es eigentlich nicht nötig gehabt, sich einzuschleichen. Denn auch diese Jahreszeit hat – wie alle Jahreszeiten – ihren besonderen Reiz. 

Die Augen freuen sich schon auf die Farbenpracht in den Wäldern, warme Tage sind auch noch zu erwarten, die „Hundstage“ (das hat etwas zu tun mit dem Sternbild Großer Hund) und der „Altweibersommer“ (das hat etwas mit Spinnfäden zu tun, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln) bescheren schöne Tage. Heimlich verabschiedet hat sich dagegen der Sommer, wahrscheinlich war ihm sein Auftritt peinlich.

In den Ferien- und Sommermonaten Juli und halber August erinnerte ja nur die Sommerzeit daran, dass eigentlich diese Jahreszeit da wäre. Ich habe mir gedacht, wenn diese Wochen die Lehrzeit für den Sommer sein sollten, dann ist eine Nachprüfung fällig. Ich glaube nun, dass der Sommer wenigstens meine Gedanken lesen kann: denn nur kurze Zeit nachdem ich diese Gedanken hatte wurde es plötzlich sehr heiß. So heiß, dass er plötzlich in der Statistik der drittheißeste Sommer wurde. Er kam mir vor wie ein Schüler oder Student, der faulenzt bis dann in nächster Zeit Prüfungen anstehen und dann in Tag- und Nachtschichten „ranklotzt“, um noch eine Chance zu haben. Nun, es hat ja auch funktioniert. Da ich sicher bin, dass meine abschätzigen Gedanken über die Tauglichkeit des Sommeranfangs diesen beeindruckt haben, rechne ich es mir also als Erfolg an und bin der Meinung, dass ich durchaus ein Würstchen oder ein großes Stück Fleisch (mindestens) verdient habe.

Weil ich hier gerade persönliches Erleben berichte, möchte ich auch noch etwas erklären: Manchmal schleicht mein Herrchen durchs Dorf, dass man meinen könnte, er sei schwermütig, depressiv. Keineswegs! Das ist nicht Schwermut oder Depression, es ist ganz einfach fürchterliche Eifersucht. Er ist so eifersüchtig, weil er erfahren muß, dass ich auf manchen Krimmler exakt höre, wenn er mir aber etwas sagt, lache ich mich halbtot. Dabei hat das einen ganz einfachen Grund. Ich bin im Oberpinzgau groß geworden („groß“ ist relativ) und belle natürlich oberpinzgauerisch. Er dagegen spricht mich an in einer Sprache, die er kühn „hochdeutsch“ nennt. Wie soll ich ihn denn da verstehen! Er sollte sich mal ein bisschen anstrengen und oberpinzgauerisch lernen, dann hätte er auch bei mir Erfolg.

Ansonsten genieße ich meine Zeit und habe vom Balkon aus den Überblick. Ich freue mich immer, dass ich gerade dort wohne, wo viele die Gegend nur im Urlaub genießen können. Auch staune ich immer wieder über die Standfestigkeit der Krimmler. Bei sehr fragwürdigem Wetter eine Bergmesse mit sehr vielen Teilnehmern, das hat mich schwer beeindruckt.
Und nun mit fröhlichem Gekläff vom Balkon des Meßnerhauses, Ihr Dackel Niki

Dienstag, 22. November 2011

Dackel Niki behält den Überblick


Dackel Niki beobachtet wieder genau was sich abspielt in Krimml und der Welt. Gut, das Pfarrer i.R. Gottschalk ihm auch Zeit zum Kommentare schreiben lässt:

Vom Balkon des Messnerhauses in Krimml , Dackel Niki 

Liebe Frauchen, liebe Herrchen, 
bei vielen Menschen wird der November oft als grauer, trüber, ungemütlicher Monat gesehen. Auch in diesem Jahr zeigte sich der Monat von dieser Seite in vielen Gegenden Österreichs, die Wetterkarte weist das aus. Ganz anders im oberen Pinzgau. Hier zeigte sich der November bisher von seiner schönsten Herbstseite: klarer Himmel, viel Sonne, nur manchmal kalter Wind. Es waren sehr, sehr schöne Tage. Ich konnte stundenlang in der Sonne auf dem Balkon liegen und dem Geschehen im Dorf zuschauen. 

Der Oberpinzgau ist – so scheint mir jedenfalls – ein besonders gesegnetes, schönes Stückchen Erde. Das liegt nun nicht nur an der so schönen Welt der Berge und Almen, das liegt ganz gewiss auch an den Menschen, die dieser Gegend ihren Lebensgeist vermitteln. 

Mein Herrchen und ich hatten vor wenigen Wochen wieder einmal Besuch aus Berlin bei schönstem Wetter. Nach dem Besuch hier begaben sie sich noch für einige Tage ins Allgäu und sandten uns eine Ansichtskarte, die mein Herrchen mir vorlas. Ein Satz gefiel mir da ganz besonders, ich drucke ihn hier für Sie ab: Ich muß das ja nicht als mein Geheimnis behalten:
Wie gesagt, mein Herrchen las mir das vor, denn ich bekenne, dass ich eine gewisse Leseschwäche habe. Ich bemühe mich ja, aber mein Wissen im Lesen beschränkt sich auf einige Worte hauptsächlich mit dem Buchstaben „F“, Fressen, Fressnapf, Faschiertes, Futter, Fleisch. Ich möchte hier aber bezüglich der Rechtschreibung schöpferisch werden: wieso kann ich das Wort „Wurst“ nicht auch mit einem „F“ schreibe? Dann wird mein Wortschatz im Lesen noch umfangreicher. Das Vorbild für diese Idee habe ich übrigens aus einem Werbeplakat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern (Abkürzung: McPom): dort warb die Partei mit dem Wort „Cukunft“. Allerdings erntete sie für diesen vermeintlich schlauen Werbespruch viel Spott und Hohn.
Die schönen Novemberherbsttage lassen in uns noch gar nicht das Gefühl aufkommen, dass wir bald in der Adventszeit stehen.

Diese Zeit spricht uns doch immer wieder ganz besonders an: wir bemühen uns wieder, ruhiger, einfühlsamer, friedvoller zu werden. Es scheint, als leuchten die Lichter aus unseren Fenstern abends besonders freundlich und warm. Der Duft vom Keksebacken hängt wieder in der Luft, wir erwarten alle das Weihnachtsfest, vielleicht spüren wir auch unsere Sehnsucht nach Licht. Ich wünsche allen für die vor uns liegenden schönen Tage und Wochen viel Freude, etwas Ruhe, schöne weihnachtliche Erfahrung.
 Mit fröhlichem Gekläff von meinem Übersichtsplatz vom Balkon des Meßnerhauses, Ihr Dackel Niki.


(Pfarrbrief 3/2011)