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Samstag, 30. November 2019

Liebe - die Göttlichen Tugenden, Teil 3 von Edwin Bachmaier

Weihnachten steht vor der Tür: Es ist die Zeit glanzvoll geschmückter Häuser und klingender
Weihnachtslieder. Es ist aber
 auch Anlass für einen großen österreichischen Radiosender wieder auf der Straße Passanten zu fragen, ob sie wissen, was wir an Weihnachten feiern.

Manche Antworten bringen den Zuhörer zum Schmunzeln, andere haben aber durchaus das Potenzial, dem eingefleischten Katholiken einen kalten Schauer über den Rücken laufen zu lassen.

Eine Variante, die mit Sicherheit auch heuer wieder genannt werden wird: „Weihnachten ist das Fest der Liebe“. Diese Antwort ist gar nicht so falsch. Schließlich glauben wir Christen ja, dass Gott die Liebe in Person ist! Wenn wir die Geburt Christi feiern, feiern wir also auch das Kommen der fleischgewordenen Liebe auf die Erde! Zugegeben: Dieser Gedanke erscheint vielleicht weit hergeholt, doch regt er an, über den Begriff der Liebe nachzudenken.

Die LIEBE

Dienstag, 19. November 2019

Das Kreuz steht fest - Christkönig C

Lindlkreuz Neukirchen
Das Kreuz steht fest
Hätte der Verbrecher etwas Besseres sagen können? „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich
kommst“ - „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“. In diesen beiden Sätzen wird sichtbar warum Jesus unser Heiland ist. In der Begegnung mit ihm ist Vergebung und Umkehr möglich, selbst noch in der letzten Minute. Trotz seiner Verbrechen hat der Schächer eine Zukunft, mit Jesus, in seinem Königreich.

Ein König… sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit (vgl. Micha 5,1) und kommt in unsere Geschichte, wird Mensch, zu Betlehem geboren. Sein Königtum ist ein himmlisches und doch verwurzelt auf Erden in der Salbung Davids zum König und Hirten durch das Volk in Hebron (1. Lesung). Jesus ist sein Nachfahre. Wenn das Evangelium Jesus als den Sohn Davids verkündet, dann wird er so als König Israels verkündet. Die Göttlichkeit Jesu umschreibt Paulus in seinem Kolosserhymnus, „Er ist Bild des unsichtbaren Gottes“ (Kol 1,15). Der Thron dieses Königs ist das Kreuz.

Mittwoch, 13. November 2019

Wenn die Welt auch wankt - 33. Sonntag im Jahreskreis C

Morgendämmerung in Wald im Pinzgau

Wenn die Welt auch wankt
Die Leute bewunderten den schönen Schmuck des Tempels. Der Tempel wird zerstört, aber, wie wir
wissen, in drei Tagen wiederaufgebaut werden. „Jesus aber meinte den Tempel seines Leibes.“ (Joh 2,21). Wie wird der neu errichtete Tempel, der Auferstandene, geschmückt sein? Neben dem Glanz der Herrlichkeit sind es seine Wundmale. Sie schmerzen nicht mehr, aber sind da. Für mich sind sie ein Zeichen dafür, dass auch unsere Wunden uns zu dem machen, was wir sind. Wie wir unsere Verletzungen und Wunden tragen, wie wir mit unseren Niederlagen umgehen, prägt uns vielleicht mehr als unsere Erfolge und Siege. Wie wir sie tragen öffnet uns vielleicht den Weg zum Himmel.
Jesu Beschreibung: Es erscheint furchtbar und ist doch der Normalzustand der Welt. Krieg, Seuchen, Hungersnot, Verfolgung, sind fest in der Geschichte der Menschheit verankert. Keiner Weltzeit bleiben solch „schrecklichen Dinge“ (21,11) erspart. Es gab kein goldenes Zeitalter der Harmonie. Es wird auch keines geben bevor nicht die „Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und ihre Flügel Heilung bringen wird“ (Mal 3,20). So ist das göttliche Gericht (vgl. Mt 25) Frohe Botschaft für uns. Dann wird wahrlich gerichtet: her-gerichtet und auf-gerichtet.

Mittwoch, 6. November 2019

Der Gott der Lebenden - 32 Sonntag im Jahreskreis C


Der Gott der Lebenden
Der Himmel: ständig heiser vom vielen Singen und Bindehautentzündung vom ewigen Glanz … Ein Kabarettist beschreibt den Himmel ähnlich wie die Sadduzäer als eine unendlich ausgedehnte Fortsetzung des irdischen Lebens. Es ist ein anderer Ort, aber die gleiche Sache nur ohne Ende. Unerträglich, grauenhaft – wer will da noch hin, wenn das ewige Leben so ausschaut? Jesus sagt uns aber: Es ist eine andere Welt, nicht einfach die Fortsetzung der jetzigen. In ihr stellt sich nicht die Frage, wer dann zu wem gehört („wessen Frau wird sie dann sein? “). In einer für uns noch unvorstellbaren Weise werden wir alle zu Gott gehören. Es wird eine andere Art des Lebens sein, („den Engeln gleich“), und auch unsere Beziehungen zu einander sind dort anders. Wie genau wird uns nicht verraten, nur angedeutet.

„Ach die Auferstehung ist ja doch nur ein billiger Trost“ hören wir immer wieder. Ja, ein Trost ist sie, aber nicht billig. Lohnt es sich nicht alles dafür zu geben einmal mit den von uns geliebten Menschen in der Herrlichkeit Gottes leben zu können, wo es keinen Tod, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal mehr gibt (Offb 21,4)? Die Makkabäerbrüder haben dies geglaubt. Sie fanden die Kraft, um für die Einhaltung der Gebote Gottes zu sterben, im Glauben an die Auferstehung. An ihnen erkennen wir: Dieser Glaube verändert nicht erst unsere Zukunft, sondern uns in der Gegenwart. Wer an die Auferstehung glaubt, kann schwer so weiterleben, als wenn es kein ewiges Leben gäbe.

Unser Maulbeerfeigenbaum - 31. Sonntag im Jahreskreis C

Alter Apfelbaum bei Pfarrkirche Wald

Unser Maulbeerfeigenbaum
Zachäus wird verachtet, obwohl reich und als Oberzöllner in einer „leitenden Funktion“. Der Kollaborateur mit der Besatzungsmacht wird offen als Sünder bezeichnet. Aber obwohl er Verräter und Sünder ist, macht Zachäus eines richtig: Er steht sich selbst nicht im Weg. Er lässt weder falschen Stolz noch seine Kleinheit zum Stolperstein seiner Rettung werden. Er will Jesus unbedingt sehen. Dafür tut er alles, sogar das Lächerliche, seine Machtposition karikierende, er klettert vor der versammelten Menge auf den Maulbeerfeigenbaum. Der kleine Mann auf dem großen Baum gibt sich der Menge preis und macht sich so zum Gespött.
Jesus schaut nach oben und ihre Blicke treffen sich. Es ist wie ein Lichtstrahl, der durch einen Türspalt fällt und die Finsternis durchbricht. Jesus sieht ihn an und spricht: „Bei dir muss ich bleiben, in deinem Haus“. Wie wenn er sagen will: „Die große Menge ist jetzt nur Nebensache. Wegen dir bin ich hier. Ich bin gekommen, dich, der du verloren warst, zu suchen und zu retten“. Zachäus lässt sich von keinem Hindernis davon abhalten Jesus zu sehen, nicht von seiner Position, seiner Kleinheit, der Verachtung der Menschen. Nicht seine schwierige Vergangenheit bestimmt seine Zukunft, sondern die Begegnung mit Jesus.

Mittwoch, 25. September 2019

Hoffnung - die Göttlichen Tugenden, Teil 2, von Edwin Bachmaier

Der erste Teil der Serie über die göttlichen Tugenden handelte von der Hoffnung, welche sich einerseits zerbrechlich zeigt, andererseits Quelle großer Kraft sein kann.

In diesem Artikel geht es um die nächste der drei göttlichen Tugenden:

DEN GLAUBEN

Ein fester Glaube wird oft mit einem Felsen symbolisiert, der selbst anbrandenden Wellen zu widerstehen vermag. So kann oft der bloße Glaube schon Quelle neuer Hoffnung sein.

Donnerstag, 19. September 2019

Unser Leben der Lobpreis - Pastoralassistent Ruben Weyringer

Der Lobpreis Gottes besteht nicht nur darin ihn immer bewusst und mit Worten, Gebeten und Liedern zu loben. Unser Leben selbst ist der Lobpreis Gottes!

Gott schafft sich Lob aus dem Mund der Säuglinge und Kinder (Psalm 8), die ganze Schöpfung ist ein Lobpreis Gottes. Alles, das gut, schön, von Freude, Liebe und Leidenschaft erfüllt ist, kann ein Lobpreis Gottes sein.

Wenn jemand gerne malt oder gerne im Garten arbeitet, wenn jemand gerne unter Menschen ist oder spazieren geht ... und ihn das in seinem Inneren mit Freude erfüllt, dann ist das ein Lobpreis Gottes. Aber auch wenn wir uns überwinden oder sogar über uns hinauswachsen ist das ein Lobpreis Gottes. Auch wenn wir durchhalten, die Schwere und Last des Alltags und des Lebens tragen, dann ist es ein Lobpreis Gottes. Denn all dies hilft, das Gute in der Welt zu vergrößern. Und wo das Gute zunimmt wird Gott verherrlicht und gepriesen.

Mittwoch, 18. September 2019

Zeiten des Ausruhens bei Gott - Einsatz für das Reich Gottes. Pfarrer Christian Walch

Nach einem intensiven Arbeitsjahr habe ich den Sommer sehr genossen. Ich war in den Bergen unterwegs und ein anderes Mal konnte ich für ein paar Tage die Ruhe am Strand genießen. Einfach nur ausspannen und „chillen“, wie man heute sagt. Jetzt aber freue ich mich, dass der Alltag wieder begonnen hat und ich die Dinge neu anpacken kann.

Im Glaubensleben ist es ähnlich: Es braucht regelmäßig Zeiten des Ausruhens bei Gott im Gebet, im Empfang der Sakramente, in der Stille. Ebenso braucht es den Einsatz im Reich Gottes, wo wir einen Dienst tun. Jede und jeder kann einen kleinen oder größeren Dienst übernehmen. Der Apostel Paulus formuliert das so:

Freitag, 5. April 2019

Hoffnung! - die Göttlichen Tugenden

Heiliges Grab Wald
Die Göttlichen Tugenden - Glaube, Hoffnung Liebe

Edwin Bachmaier

In einer kleinen Serie möchte ich dazu anregen ein wenig über die drei „Göttlichen Tugenden“ nachzudenken.

Diese sind die wichtigsten Eigenschaften eines Gläubigen. Jede für sich stellt einen Weg dar der uns zu Gott führt.

HOFFNUNG
Ich denke, jeder Mensch hat irgendwelche Hoffnungen und Wünsche.
Auferstandener Neukirchen
Die einen hoffen vielleicht auf ein schönes Wetter, die anderen auf Glück im Spiel oder die große
Liebe.
Während diese Hoffnungen oft einem recht weltlichen Wunschdenken entspringen, spiegelt die Hoffnung von uns Christen eine viel Größere wider: jene auf das ewige Leben!

Freitag, 14. Dezember 2018

Wie begegnet Jesus Menschen? - PA Ruben

"Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe" (Joh
13,15), so spricht Jesus. Wie handelt Jesus nun, wie begegnet er den Menschen?

Für Gott sind wir Menschen keine Objekte, also keine Dinge oder Gegenstände, die er bearbeitet oder herumschiebt wie Schachfiguren oder Marionetten.
Für Gott sind wir Subjekte, sind wir Personen mit freiem Willen, mit je eigener Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, mit eigenen Entscheidungen und Aufgaben. Daher begegnet uns Gott in Jesus nicht von oben herab, sondern er schaut den Menschen in die Augen und berührt sie. Wie oft sagt er doch "dein Glaube hat dir geholfen", nicht irgendeine Wunderkraft. "Glaube" bedeutet Vertrauen. Es ist also unser Vertrauen, das uns hilft. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass der Mensch ohne Vertrauen nicht Leben kann. Auf die Frage "Wem vertraust du?", wäre die Antwort eines gläubigen Menschen wohl "Wie ein Kind den Eltern, so vertraue ich auf Gott".

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Er ist da! - Pfarrer Christian Walch

Das Jahr 2018 ist schön langsam in der Zielgeraden. Wie geht es dir, wenn du auf dieses Jahr 2018
zurückblickst? Bei allem Alltäglichen und bei allen Sachen, die nicht so gut waren, was hat in deinem Herzen auf positive Weise Spuren hinterlassen? Was war das, wo du sagst: „Wow, so cool!“

Ich mache die Beobachtung, dass manchmal das Nachhaltige und Wertvolle nicht immer das Spektakuläre ist. Natürlich ist auch das Herausragende das, was das Herz bewegt, aber oft ist es auch das Unscheinbare.

Freitag, 5. Oktober 2018

Es ist längst zu spät - PA Ruben

"Manche in der Kirche klagen seit Jahren: Es ist fünf vor zwölf! Ich halte das für Quatsch: Es ist fünf nach zwölf! Es ist längst zu spät. Aber das hatten wir schon zu Jesu Zeiten. Ich glaube zutiefst, dass der Heilige Geist uns auf Wege führt, von denen wir noch nicht einmal ahnen, dass es sie gibt."
Heiner Wilmer, neuer Bischof von Hildesheim im Interview mit "Die Zeit"

Der neue Bischof von Hildesheim Heiner Wilmer war mir von seinem beeindruckenden Buch "Gott ist nicht nett" bekannt. Er spricht ehrlich, klar und direkt aus, wie es um uns steht. Und das ist, denke ich, der einzige Weg, den wir gehen können: Ehrlich die Lage einschätzen und unser ganzes Vertrauen auf Gott setzen.

Ja, es ist längst zu spät. Auch durch die beste Marketingstrategie, die besten Slogans und Events wird die Kirche nicht plötzlich wieder total einflussreich und total beliebt werden. Auf Gott zu vertrauen statt auf die eigene Kraft ist längst nicht mehr populär und durch die bekanntgewordenen Verfehlungen und sogar Verbrechen (siehe Missbrauchsvorwürfe in den USA) von Kirchenvertretern werden Menschen auch nicht gerade motiviert sich als lebendige Steine im Leib Christi, der Kirche, zu sehen und am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken.

Donnerstag, 4. Oktober 2018

3 Dinge zum Stichwort "Danke" - Pfarrer Christian Walch

Drei Dinge möchte ich euch gerne mit auf den Weg geben, wie ich es gerne tue... Drei Dinge zum Stichwort „Danke“.

1) Der Herbst ist für mich immer eine besonders schöne Jahreszeit! Goldene Lärchen auf den Berghängen, angenehme Temperaturen und oft sonnige Tage. Die Obstbäume bringen ihren wertvollen Ertrag – heuer besonders viel. Viele von uns haben vielleicht auch schöne Erinnerungen von Erlebnissen aus dem Sommer. Erkennen wir, dass dies alles nicht selbstverständlich ist, sondern, dass dahinter die Handschrift Gottes steckt? Ich beobachte bei mir und bei anderen immer wieder, dass wir Menschen dazu neigen das Gute als selbstverständlich hinzunehmen. Doch hinter den Gaben steht der Geber, Gott Vater selber. "Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der Gestirne [...]." (Jakobus 1,17) Erntedank ist eine gute Gelegenheit, Gottvater für die kleinen und großen Dinge (materiell, wie auch persönlich), die uns im Laufe des Jahres geschenkt werden, „Danke“ zu sagen.

Mittwoch, 28. März 2018

Ich liebe dich wegen deiner Schwächen - PA Ruben

Ich liebe dich wegen deiner Schwächen

Wir wollen alle glücklich sein, oder? Warum fällt es uns aber so schwer, dieses Glück zu finden? Warum verlieren wir den Glückszustand so schnell wieder und fühlen uns nachher oft leer und enttäuscht?

Ich denke, ein Grundproblem unserer Zeit ist, dass wir zu viel erwarten. Das fängt bei den Erwartungen an uns selber an: Wir sollten schlagfertig, sportlich, lustig, erfolgreich, intelligent, gut drauf und schön sein. Und dann erwarte ich natürlich das Gleiche auch von meinen Mitmenschen, besonders von meinem Ehemann, meiner Ehefrau. Sie oder er soll all das bieten und mich dazu noch glücklich machen.

Aber ist das nicht eine Überforderung? Mache ich den Anderen dadurch zu meinem persönlichen Erlöser, stelle ich ihn an die Stelle Gottes? Daran kann ein Mensch nur scheitern und eine Beziehung nur zerbrechen. Kein Mensch kann einen anderen erlösen und vollkommenes Glück schenken.

Was tun? Wir können gemeinsam auf dem Lebensweg unterwegs sein. Wir können miteinander und füreinander kämpfen, anstatt gegeneinander. Wir können dankbar sein für die vielen schönen Momente und wenn es schwer ist, versuchen durchzuhalten. Wir können die Fehler des anderen annehmen und gütig sein.
Vielleicht ist dies einer der höchsten Stufen der menschlichen Liebe, wenn wir sagen können: "Ich liebe dich nicht wegen deiner Stärken, ich liebe dich wegen deiner Schwächen".

Und wie in der Liebe ist es im ganzen Leben. Wenn wir locker lassen können, unser Leben entspannt angehen, unsere Erwartungen und Ansprüche zurück schrauben, wenn wir das schaffen, dann werden wir frei. Und Freiheit schenkt Zufriedenheit und Zufriedenheit schenkt uns ein tiefes Glück.
Wir verlieren dann "die Furcht, wir könnten das eigene Leben verpassen, wenn wir nicht alles an uns reißen, was Leben verspricht" (Papst Benedikt/XVI.).

Dann versuchen wir nicht mehr uns das Leben (die Lebendigkeit) selbst zu machen, sondern lassen sie uns von Gott schenken. So ist es auch mit dem Glück: Wenn wir aufhören danach zu streben, dann kann es uns geschenkt werden. Ein selbst gemachtes Glück ist kein echtes Glück. Glück kann uns nur geschenkt werden.

Vater, schenke es uns aus deinen Händen!

(aus: Pfarrbrief 1/2018)

Dienstag, 27. März 2018

Neues Leben - Pfarrer Christian Walch

Neues Leben


Am 6. Jänner wurde meine Nichte geboren und ich durfte mich zum ersten Mal einen stolzen Onkel nennen. Als ich sie dann  erstmals in den Armen halten konnte, hat es mir schon eine kleine Freudenträne in die Augen gedrückt. Was für ein Wunder – ein neues Leben, ein neuer Mensch! Schon ganz fertig, alles angelegt, alles da, aber doch ganz hilflos und angewiesen auf die Eltern. Was sie wohl in ihrem Leben alles erfahren wird? Höhen und Tiefen, hoffentlich viel Gesundheit, aber wahrscheinlich auch Krankheit, Stunden des Staunens, aber auch Stunden in denen es nicht so leicht sein wird.
Das Leben ist so ein Wunder und ein großes Geheimnis!
Als Christen glauben wir, dass hinter diesem großen Wunder des Lebens unser unsichtbarer Gott-Vater im Himmel steckt. Er hat uns Menschen erschaffen, um uns an seiner Freude teilhaben zu lassen.

Montag, 5. März 2018

Das liebende Vaterherz

Ich möchte euch über ein Thema berichten, das viele gläubige Christen bewegt und im alltäglichen
Leben prägt. Ein Thema, das eng mit einer persönlichen Entscheidung zusammenhängt und großen Mut erfordert. Ein Thema bei dem man behaupten darf, dass es das Leben vieler Menschen schon verändert hat und ja, auch sogar noch viele Leben um 180 Grad drehen wird. Wovon ich rede?

Vom liebenden VATERHERZ GOTTES.

Jetzt fragst du dich vielleicht erstaunt, was das liebende VATERHERZ GOTTES ist. Du bist vielleicht etwas überfordert, weil du eigentlich überzeugt davon bist, dass ein Gott nie liebend und gut sein kann, der soviel Leid zulässt.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Eingeschlafene Glieder am Leib Christi

Ein Ausschnitt aus meinem Text für die Walder Gemeindezeitung:
Pfarrkirche Wald vom Weißen Palfen aus

[...]
Und die Walder wissen, wie man schön feiert. Als besondere Höhepunkte haben wir diesen Herbst zuerst unseren neuen Pfarrer Christian Walch begrüßt und dann ein Monat später, zu Erntedank, auch seine offizielle Amtseinführung ("Installierung") gefeiert. Ich finde, dass waren zwei wunderbare Glaubensfeste. Wenn alle Vereine aufmarschieren, bei der Wandlung die Fahnen senken, dazu die vielen Gläubigen und die schöne Musik vom Kirchenchor und der Trachtenmusikkapelle...das hat schon was. Herzlichen Dank noch einmal allen, die mit geholfen haben und dabei waren.

Bei so einer schönen Festmesse denke ich mir: Die Kirche, dass sind wir alle zusammen! Durch die Taufe wird jeder von uns ein Teil von Jesus. Er ist das Haupt, wir sind ein Teil seines Leibes, der die Kirche ist (so Paulus im Brief an die Kolosser 1,18). Leib bedeutet hier: Ein lebendiger Körper. Die Kirche ist also weit weg davon eine "Institution" zu sein. Etwas, das lebt, ist keine Institution. In jeder Heiligen Messe, zeigt die Kirche, das sie lebt und leben schenkt. Und bei so einem besonderen Fest, da zeigt sich das Leben der Kirche, des Leibes Christi, ganz besonders deutlich. Doch auch in der Kirche kann es passieren, dass ein Glied einschläft, wie wenn einem der Fuß einschläft oder die Hand, weil man zulange darauf rumgelegen ist. Was tut man dann? Aufstehen, durchschütteln, in Betrieb nehmen. So ist es auch in der Kirche, die aus uns aufgebaut ist: Vielleicht sind wir manchmal so ein eingeschlafenes Glied am Leib Christi. Aber auch, wenn wir eingeschlafen sind, gehören wir zu diesem Leib dazu. Aufstehen, den Glauben wachschütteln und in Betrieb nehmen...so wird die Kirche noch lebendiger!
Wir gemeinsam und Gott mit uns!
Euer Pastoralassistent Ruben

Montag, 11. Dezember 2017

Gott teilt unser Schicksal!

Das Weihnachtsfest erfüllt uns mit schönen Gefühlen. Recht so! Das zarte Jesuskind: mit Maria
dürfen wir es sehen, dürfen wir es halten. Maria steht da an unser aller Stelle. Sie steht für die gesamte Menschheit.

Eigentlich unerhört: Der große, der allmächtige Gott kommt auf die Welt, hilflos und der Hilfe bedürftig. Er, der die ganze Welt trägt, lässt sich von uns tragen, legt sich in unsere Hände. Wie sanft werden wohl die Gottesmutter Maria und der Heilige Josef das Gotteskind "gehoppert" haben. So ist Weihnachten wahrlich etwas Wunderbares, Schönes.
Als Jesus geboren wurde, so eine sehr alte Überlieferung, da ist die Zeit für einen Moment stehen geblieben - der Vogel im Flug, das Wasser im Fluss - da hat der ganze Kosmos einmal kurz durchgeatmet. Die ganze Welt wartet auf die Erlösung schreibt Paulus im Römerbrief, Kapitel 8. Im Jesuskind hat sie ihren Erlöser gefunden.


Doch schon das "Rundherum" um die Geburt Jesu zeigt die andere Seite von Weihnachten: Maria hochschwanger auf der Straße, kein Platz bei den Menschen für die Heilige Familie, nach der Geburt die Flucht nach Ägypten, der Kindermord von Betlehem...

Weihnachten bezeichnet genau diesen entscheidenden Moment: Gott kommt in Jesus auch in alle Abgründe und Schwierigkeiten der Menschheit hinein. Man kann sagen:

Gott teilt uns nicht von oben unser Schicksal zu, sondern:
Gott teilt unser Schicksal!

Montag, 12. Juni 2017

Versöhnung

Was bedeutet Versöhnung? Bedeutet es, dass ich sagen muss: du hattest recht, ich lag falsch? Bedeutet es, dass alle Fragen geklärt sind und jedes Problem gelöst ist?
Nein! Dann müsste ich mich nicht versöhnen, denn wie ein richterlicher Beschluss lägen die Fakten vor mir. Die Erfahrung zeigt: So ist das Leben nur selten, so eindeutig, so erklärbar und durchschaubar. Wäre das Leben so, dann hätte es etwas kaltes und hartes an sich. Es würde ablaufen wie nach einer dicken Gebrauchsanleitung. Das Leben wäre irgendwie tot.

Versöhnung ist für mich etwas anderes:

Freitag, 7. April 2017

Alle beten zum gleichen Gott! Oder etwa nicht?

Alle beten zum gleichen Gott! Oder etwa nicht?
von Edwin Bachmaier


Ich finde, dieser Frage geht man am besten auf den Grund, indem man sich damit beschäftigt, wie denn Gott überhaupt „aussieht“.

Für Kinder ist die Sache oft klar: Ein alter Mann, weiß gekleidet mit langem Bart. Dass sich diese Beschreibung auf die Vision aus Daniel 7,9 gründet, ist dann allerdings weniger bekannt.

Bei Erwachsenen, werden dann die Antworten schon vielfältiger: Gott wäre eine Kraft, die alles durchströmt, sich in jedem befindet und in welcher wir am Ende unseres Seins aufgehen werden. Oder: Er ist jene Macht, die die Erde erschaffen hat, um sie dann sich selbst zu überlassen. Auch wird Gott beschrieben als Summe alles Göttlichem, das dem ganzen Kosmos innewohnt.

Und nicht wenige vertreten dann eben die Meinung, dass es ohne  Bedeutung sei, wie das eigene Gottesbild aussieht, da es ohnehin stets auf denselben Gott hinauslaufe.

Die Frage danach, wie das Wesen Gott aussieht, kann hierbei eine gute Hilfe sein: Sieht man in die Bibel, lassen sich ganz wesentliche Beschreibungen für Gott finden: