Dienstag, 24. November 2015

Weihnachten - Vieles verändert sich

Mit der Geburt eines Kindes verändert sich vieles. Zuständigkeiten werden neu verteilt. Es ergeben sich bisher unbekannte Verantwortlichkeiten. Die Rhythmen des Tages und der Nacht verschieben sich.

Erfahrungen mit Mutterschaft und Vaterschaft müssen gemacht werden. Das Leben eines neugeborenen Kindes lässt Altes erproben und will abgestimmt sein. Vor allem: mit einem Kind auf den Armen leuchten schon die Tage der Zukunft herein. Manch leer Dahingelebtes bekommt Richtung und Ziel, empfängt die Antworten auf ein Warum und Wofür.

Jesuskind in der Krippe, Neukirchen
Die schlimmste zu tragende Armut ist die Geburtenarmut. Ein Hinweis, dass sich eine Gesellschaft selbst nicht mehr erträgt oder selbst nichts mehr will und nur im jetzt alles verbraust. Sicher bindet ein Kind, schränkt Möglichkeiten ein. Aber ohne diese Einschränkung – oder sagen wir besser - Bindung an das Leben wird alles so lose und irgendwann einmal alles ohne Lösung.

Ich bin der Überzeugung, dass die Lösung vieler gesellschaftlicher Probleme in der Mitte der Familie beginnt. Darf ich sagen: im Herzen der Familie?
Deshalb hat die Kirche darüber gerungen, wie die Schönheit der menschlichen Familie wieder neu den Menschen unserer Tage zugänglich gemacht werden kann.

Das Fest der Weihnacht, auf das wir uns nun zeitlich hinbewegen, erfordert seine Bereitung in den Familien. Eine adventliche Stunde des Gebetes, der Schriftlesung und des Austauschs schafft den Boden für den Frieden in der Familie. Damit wird für alle in der Familie das „zu Hause“ zu einem Raum der Geborgenheit, der Sicherheit und des Angenommenseins.

Sind nicht gerade die neuen Medien eine Gefahr, dass wir uns einzig und allein nur mehr im Wegschauen üben? Wir erblicken kein Angesicht mehr, sondern nur mehr Bildschirme und Tastaturen. Die Zeit des Advents ist auch durchdrungen von Mäßigung und Verzicht. Darauf verweist die liturgische Farbe violett. Zurückhaltung und Einfachheit wecken in uns den Sinn für das, was sich im Verborgenen ankündigt.
Daher ist Weihnachten nicht im Einkaufszentrum abzuholen, so sehr uns das auch suggeriert wird. Weihnachten eröffnet sich durch einen Blick in die Weite, dort wo der Himmel aufreißt und der Klang vom „Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade“ hörbar wird.

Genau darunter ist Weihnachten. Stellen wir uns unter diesen Frieden, dass er uns ins Herz trifft. Dieser Friede bindet uns wie an ein neues Leben. Dieser Friede schafft neues Leben. Dieser Friede lässt uns geboren werden zum neuen Leben mit Christus. Hier leuchtet uns die wahre Zukunft herein.

Die liegt in ihm, wenn wir mit Gott in Frieden sind. Im eigenen Herzen und in der Familie in Frieden zu sein, darin liegt unsere Aufgabe. Alles andere macht ER. ER, der kommt, zur Welt. Auch wenn vieles uns hindert, daran zu glauben.
Ein friedvolles Weihnachtsfest
Euer Pfarrer
Helmut Friembichler
(aus: Gemeinsamer Pfarrbrief Neukirchen Wald Krimml 3/2015)

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