Mittwoch, 16. April 2014

Vorsicht vor dem Unsichtbaren!


Liebe Gläubige der Pfarrgemeinden!
Viele kennen dies vom Autofahren: eine Ge­fahr ist dann am Größten, wenn sie wegen Nebel oder Dunkelheit schwer erkennbar ist.
Diebe oder sonstige Gauner wollen unerkannt bleiben und versuchen unmerklich zu agieren. Vieles umgibt uns, was wir nicht als Gefahr wahrnehmen und bemerken es erst dann, wenn sich Schwierigkeiten einstellen.
Im Leben eines Menschen kann auch vieles der Wahrnehmung entzo­ gen bleiben und doch Schwierigkeiten verursachen. In Bezug auf das geistliche Leben ist zu sagen, dass dies genau die Strategie einer zwielichtigen „Intelligenz“ ist, die uns verführt und in einen Widerspruch zu Gott stellt. Nennen wir es beim Namen: Wesen der Sünde ist es, unerkannt zu bleiben.
Daher wäre für ein geistliches Leben von ungeheurer Wichtigkeit, sich dies bewusst zu machen. Nicht sich zu einem Bewusstsein heben, das sich über all dies erhaben erklärt (dies wäre Hochmut), sondern in kla­ rer Auseinandersetzung und Konfrontation mit den Weisungen Gottes, die die Heilige Schrift und darauf fußend die Kirche benennt, um einen Prozess der Umkehr einzuleiten. Wie sehr der Mensch bezüglich von Sünde und Schuld ein Künstler der Verdrängung ist, lässt sich nur durch diese alles vernebelnde „Intelligenz“ erklären, die unsere Schwä­ chen genau kennt. Dass dies so ist, wird jeder merken, der hineinblickt in das Zusammensein von Menschen.
Wer in der Wahrheit stehen möchte, wird darum nicht herum kommen, einmal einen Beichtspiegel genau zu lesen, um ihn einmal nicht auf an­ dere zu beziehen, sondern auf sich selbst. Denn gebeichtet werden im­ mer nur die eigenen Sünden.
Im geistlichen Leben eines Christen geht es mehr als um eine Stim­ mung. Wir stehen in einem geistlichen Kampf, in dem es immer um eine Entscheidung geht, die sich auf unsere Erstentscheidung, getroffen bei der Taufe, zurückführen lässt: ich widersage ­ ich glaube. Daher die ständige Frage, ob mein Denken, Handeln und Tun im Sinne des Glau­ bens an Christus geschieht und mit diesem vereinbar ist. Weiters ist die Frage, ob mein Gewissen vom Glauben an Christus geformt wird, ob Christus auch wirklich als der lebendige und auferstandene HERR für mich existiert.
Momentan verdanken wir unserem Papst Franziskus eine gewisse po­ sitive Resonanz in der medialen Welt. Oft kommt mir von Mitchristen zu Ohren, wie sehr sie von diesem Papst angetan sind. Ich freue mich dar­ über sehr. Ich habe mich auch über seinen Vorgänger gefreut, der in ei­ nem äußerlich anderen Stil, dasselbe verkündet hat. Aber ist vom Anliegen unseres Papstes auch wirklich einmal etwas ganz nahe an uns heran gedrungen oder genügt uns eine gewisse Atmosphäre. Denn eine Erneuerung der Kirche geschieht immer im Herzen der Gläubigen und nicht in der Anpassung an momentane Auffassungen von Menschen geprägt vom Zeitgeist.
Hier eine Ansprache bei der Generalaudienz vom Mittwoch, 19. Februar:
„Liebe Brüder und Schwestern, das neue Leben in Christus, das wir durch die Sakramente der christlichen Initiation empfangen haben, kann durch die Gebrechlichkeit der menschlichen Natur geschwächt, ja durch die Sünde sogar verloren werden. Daher hat Christus der Kirche, die sein Heilswerk fortsetzt, die beiden Sakramente der Heilung gegeben: das Bußsakrament und die Krankensalbung. Im Sakrament der Buße und der Versöhnung erlangen wir die Vergebung der Sünden. Diese ist nicht Frucht unseres Mühens, sondern Gabe des Heiligen Geistes, der uns in die Barmherzigkeit und Gnade eintaucht, die vom geöffneten Herzen des gekreuzigten und auferstandenen Christus ausströmt. Dies geschieht in der Gemeinschaft der Gläubigen, der Kirche, wo der Heilige Geist gegenwärtig ist. Daher genügt es nicht, den Herrn bloß still im Herzen um Vergebung zu bitten. Es ist notwendig, die eigenen Sünden dem Diener der Kirche zu beichten. Der Priester vertritt dabei nicht nur Gott, sondern die Gemeinschaft der Kirche, die dem Beichtenden Versöhnung schenkt und ihn auf dem Weg der Umkehr begleitet. Allzu oft vergessen wir dieses Sakrament oder schieben es beiseite ­ aus Bequemlichkeit, aus Scham oder wegen ei­ nes fehlenden Sündenbewusstseins, dem ein mangelndes Gottesbe­ wusstsein zugrunde liegt. Wir machen uns selbst zum Maß der Dinge, verschließen uns gegenüber Gott und den Mitmenschen, und unser Gewissen stirbt letztlich ab. Nutzen wir hingegen häufiger den Schatz, den der Herr seiner Kirche im Bußsakrament anvertraut hat.“
Auf den Weg nach Ostern wünsche ich euch diese Erfahrung der Um­ kehr und geistigen Erneuerung, dass die Auferstehung des HERRN, die wir feiern, auch für uns ein Finden zum neuen Leben in Christus wird.
Euer Pfarrer Helmut Friembichler 

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