Freitag, 27. Mai 2016

Sprich nur ein Wort... Evangelienkommentar 9. Sonntag im Jahreskreis C Lk 7,1-10

Sprich nur ein Wort ...
 Gott wollte von Anbeginn alle Menschen zum Heil führen. In Abraham sollen alle Völker gesegnet sein (Gen 18,18), Salomon bittet Gott im Tempelweihegebet, die Gebete der Fremden zu erhören, damit alle Völker seinen Namen erkennen (1. Lesung 1 Kön 8), und Jesaja sieht am Ende der Tage alle Völker zum Zionsberg strömen (Jes 2,3), dem Zion, von dem man sagen wird: Jeder ist dort geboren (Ps 87). Das Ziel der Geschichte leuchtet auf in dem Bild, dass alle Völker vor Gott zusammenströmen und in der Anbetung des Höchsten vereint sind. Als Gott Mensch wird, will er jedoch zuerst die verlorenen Schafe Israels sammeln (Mt 15,24). Erst der Auferstandene gibt den Auftrag, in alle Welt hinauszugehen, alle zu taufen und allen das Evangelium zu verkünden (vgl. Mt 28).

So teilt die Auferstehung die Menschheitsgeschichte in zwei Abschnitte, in ein Vorher und ein Nachher. Mit der Auferstehung des Gottessohnes werden die Schleusen des Himmels für die Verstorbenen und die Wege des Heils für die Lebenden aller Völker geöffnet.


Im heutigen Evangelium hören wir, wie schon vor der Auferstehung Jesu einem Heiden das Heil zuteil wird. Seine Bitte wird erfüllt, weil er glaubt. Er ist ein Heide, doch er liebt das von Gott geliebte Volk. Sein Herz sehnt sich nach Gott und so streckt er sich auch demütig aus nach Jesus. Die Worte des Hauptmanns sind Teil der heiligen Messe. Nach dem Lamm Gottes, bei der „Einladung zur Kommunion“, beten wir: „Herr ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ In vielen Pfarren ist es alter Brauch, sich bei diesen Worten mit der rechten Hand an das Herz zu fassen. Für mich ist das ein tiefer, sehr persönlicher und sehr zärtlicher Moment. Auch wenn es meine eigene Hand ist, so habe ich doch das Gefühl, als würde mich Jesus in diesem Moment berühren. Wie der Hauptmann bitten wir darum, dass ER unsere Seele heile. Das Haus oder Dach (Mt 8,8) meint nun unseren Leib. In der heiligsten Eucharistie wird Jesus gleich in uns Wohnung nehmen. Wie kann ein Mensch das fassen? Aber wenn ER spricht, dann wird unsere Seele gesund, und wir werden bereit, ihn aufzunehmen.

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