Donnerstag, 5. Mai 2016

Jesu letzter Wunsch - Johannes 17,20-16 - 7. Sonntag der Osterzeit

Evangelienkommentar zu Joh 17,20-16 -  7. Sonntag der Osterzeit C

Jesu letzter Wunsch

Öfters hört man: „Das kann ich mir mit Gott selber ausmachen. Ich habe meinen Glauben, meinen Gott, dazu brauche ich keine Kirche.“ Das hört sich so schön an, so einfach, so ansprechend. Aber Gott wollte es anders, er bezieht uns Menschen in seine Pläne ein. Er wollte von einer Frau geboren werden, er sprach zu den Jüngern „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben“ (Joh 20,23), zu Petrus „Auf dir baue ich meine Kirche“ (Mt 16,18) nach der Auferstehung „Ihr werdet meine Zeugen sein“ (Apg 1,8). Was für eine große Bedeutung hat Gott uns Menschen doch gegeben! Durch uns will er in die Welt kommen.

Im Evangelium wird oft erwähnt an wen sich Jesus im Gespräch wendet: an die Zwölf, an alle, an Petrus etc. Heute hören wir die letzten Worten Jesu im Abendmahlsaal. Hier geschieht etwas Besonderes. Jesus spricht direkt mit und über uns: „Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.“

 Das sind wir! Wir glauben durch der Apostel Wort und Zeugnis an Jesus! So werden wir zu einem Teil des Gebetes Jesu. Was jetzt folgt, Jesu letzter Wunsch, richtet sich also an uns: 


„Alle sollen eins sein [..]damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ Wie aber können wir eins werden? Können wir das Eins-Sein machen? Es herbeiführen durch Theorien oder Handlungen? Jesus legt uns hier keinen Einheits-Plan vor. Er zeigt einen ganz anderen Weg zum Eins-Sein. Die Einheit kommt aus der Herrlichkeit Gottes selbst.
Jesus gibt uns, so sagt er, die Herrlichkeit die Gott ihm gab, damit wir eins seien (Joh 17,22). Wie gibt er sie uns? Indem wir bei ihm sein und seine Herrlichkeit sehen dürfen (Joh 17,24). Durch das Schauen, das Erkennen und Aufnehmen der Herrlichkeit Jesu beginnt er in uns zu leben. Wir werden durch den, der selbst das Leben ist (Joh 14,6) verwandelt und immer mehr eins in ihm. „Die Herrlichkeit Gottes“ so Irenäus von Lyon, „ist der lebendige Mensch, das Leben des Menschen aber die Gottesschau.“ Umso näher wir dem Ziel unseres Lebens kommen, Gott nahe zu sein und seine Herrlichkeit zu schauen, umso näher kommen wir der Erfüllung des letzten Wunsches Jesu: Dass wir eins werden.

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